Wer schon einmal Zeit in Dénia verbracht hat, kennt das Bild: Radfahrer, die im Morgengrauen an der Strandpromenade entlanggleiten, oder ambitionierte Hobbyathleten, die sich die Hänge des Montgó hinaufkämpfen, bevor die Hitze des Tages einsetzt. Radfahren in Dénia hat sich still und leise zu einer der schönsten Möglichkeiten entwickelt, diesen Teil der Costa Blanca zu entdecken — und im Juni, mit langen goldenen Morgenstunden und noch erträglichen Temperaturen vor dem Mittag, gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt dafür.
Ich lebe seit zehn Jahren hier und bin die meisten dieser Routen dutzende Male gefahren. Ob Sie ein erfahrener Rennradfahrer auf der Suche nach einer echten Herausforderung sind, eine Familie, die eine entspannte Küstenrunde möchte, oder ein Paar, das einen romantischen Abendausflug plant — Dénia hat für jeden etwas. Dies ist mein ehrlicher, lokaler Leitfaden zu den besten Fahrradrouten — mit allem, was Sie vor dem Start wissen müssen.
Warum Radfahren in Dénia?
Dénia liegt an einem geografischen Knotenpunkt. Im Süden bietet das Montgó-Massiv anspruchsvolle Anstiege. Im Norden flacht die Küste Richtung Oliva und Gandia ab und ermöglicht einfaches, landschaftlich reizvolles Fahren durch Reisfelder und Orangenhaine. Die Stadt selbst verfügt über ein wachsendes Netz an Fahrradwegen, und der Küstenweg von Las Marinas nach Las Rotas ist einer der schönsten urbanen Radwege der gesamten Costa Blanca.
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Route 1: Der Küstenweg Las Marinas (Einfach — 14 km hin und zurück)
Diese Route empfehle ich jedem: Familien mit kleinen Kindern, Rentner auf dem E-Bike, Gelegenheitsfahrer. Vom Hafenbereich führt der Küstenweg nach Norden durch Las Marinas bis zur Strandzone Les Deveses. Er ist fast vollständig flach, autofrei und verläuft so nah am Meer, dass man die Wellen rauschen hört.
Unterwegs passieren Sie die langen Sandstrände von Les Deveses und L'Almadrava, mehrere Chiringuitos (Strandbars) und — an einem klaren Junimorgen — den Anblick des Montgó, der sich hinter Ihnen rosa und orange färbt. Legen Sie bei einer der Strandcafés um km 5 eine Kaffeepause ein — die Terrasse am Abzweig zum Hotel La Sella ist den Stopp wert.
Distanz: 14 km hin und zurück | Zeit: 1–1,5 Stunden | Schwierigkeit: Einfach | Beste Zeit: Frühmorgens oder am späten Nachmittag
Route 2: Dénia nach Jávea über den Cap de Sant Antoni (Mittel — 32 km)
Das ist meine persönliche Lieblingsroute für einen halben Tag. Fahren Sie durch Las Rotas Richtung Süden, nehmen Sie den Weg zum Leuchtturm am Cap de Sant Antoni — von wo aus Sie auf das außergewöhnlich türkisfarbene Wasser hinunterblicken können — und setzen Sie die Fahrt in die Bucht von Jávea fort. Der Anstieg zum Kap ist nur etwa 2 km lang, aber steil genug, um ordentlich in die Lungen zu gehen.
In Jávea können Sie das Fahrrad am Hafen anschließen und sich an einem der Hafenbars ein kühles Getränk gönnen. Der Rückweg, meist mit dem Wind im Rücken und dem Montgó am Horizont, ist wirklich beeindruckend. Da diese Route auch Straßenabschnitte enthält, empfiehlt sich ein Rennrad oder Hybridrad.
Distanz: 32 km | Zeit: 2–3 Stunden | Schwierigkeit: Mittel | Beste Zeit: Im Juni spätestens um 7:30 Uhr losfahren
Route 3: Die Montgó-Challenge (Schwer — 800 m Höhenunterschied)
Für die ernsthaften Radfahrer unter Ihnen ist der Aufstieg durch das Dorf Jesús Pobre und weiter zum Pass Coll de Molins eine echte Herausforderung. Der Straßenbelag ist gut, das Gefälle anspruchsvoll aber machbar auf einem Rennrad, und der Blick von oben — über die Bucht zum Cabo de la Nao und an klaren Tagen sogar nach Ibiza — macht jede Anstrengung vergessen.
Versuchen Sie diese Tour bitte nicht an einem Juninachmittag. Ich meine das ernst. Starten Sie spätestens um 8 Uhr, nehmen Sie mindestens zwei gefüllte Trinkflaschen mit und cremen Sie sich ordentlich ein. Im oberen Teil gibt es so gut wie keinen Schatten.
Distanz: ~25 km als Rundkurs | Zeit: 2,5–4 Stunden je nach Fitness | Schwierigkeit: Schwer | Beste Zeit: Bei Tagesanbruch, Juni bis September
Route 4: Nordwärts nach Oliva durch die Reisfelder (Einfach-Mittel — 40 km hin und zurück)
Fahren Sie nördlich aus Dénia heraus, vorbei an der Campingzone bei Deveses, und plötzlich verändert sich die Landschaft völlig. Reisfelder, Orangen- und Zitronenhaine, ruhige Landstraßen mit kaum einem Auto — das ist eine der unterschätztesten Radfahrerfahrungen an der Costa Blanca.
Oliva selbst hat eine schöne Altstadt, die einen Bummel wert ist. Am Hauptplatz gibt es ein gutes Café für die Halbzeitpause. Die Rückfahrt ist genauso unkompliziert wie die Hinfahrt — lassen Sie sich nur nicht von der Flachheit verleiten, auf dem Hinweg zu viel Energie zu verschwenden.
Distanz: 40 km hin und zurück | Zeit: 2,5–3 Stunden | Schwierigkeit: Einfach-Mittel | Beste Zeit: Morgens
Praktische Tipps
Fahrradverleih: Mehrere Geschäfte in der Stadt verleihen stundenweise (ab ca. 5 €), tageweise (15–25 € für ein Basisrad, 30–50 € für ein Qualitäts-Rennrad oder E-Bike) oder wochenweise. Im Juli und August unbedingt im Voraus buchen — die Räder sind schnell vergeben. E-Bikes werden immer beliebter und verwandeln die Montgó-Route selbst für weniger geübte Fahrer.
Helm: In Spanien auf öffentlichen Straßen Pflicht und überall dringend empfohlen. Jeder seriöse Verleih stellt einen.
Wasser: Im Juni mehr mitnehmen als man denkt. Bis 11 Uhr sind es oft über 30 °C. Brunnen gibt es am Hafen, im Stadtzentrum und am Informationspunkt des Montgó-Naturparks an der CV-736.
Timing: Das ideale Zeitfenster im Juni ist 7–10 Uhr. Ab 11 Uhr wird es sehr warm. Abendausfahrten ab 18 Uhr sind ebenfalls wunderschön und küstennah überraschend angenehm.
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Letzter Tritt in die Pedale
Radfahren in Dénia im Juni ist eine dieser Reiseerfahrungen, die man nicht vergisst. Das Licht um 7 Uhr über dem Mittelmeer, der Duft von Orangenblüten, der noch aus dem Frühling weht, der Montgó, der sich golden färbt, während hinter Ihnen die Sonne aufgeht — schwer zu übertreffen. Holen Sie sich ein Fahrrad, starten Sie früh, und Sie werden verstehen, warum so viele Menschen, die hier eine Woche verbringen, immer wiederkommen.
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