Wer schon einmal von seiner Ferienwohnung in Calpe auf diesen dramatischen 332-Meter-Felsen gestarrt hat, der sich ins Mittelmeer schiebt, fragt sich unweigerlich: Kann man da wirklich raufklettern? Die Antwort ist ja — und die Wanderung auf den Peñón de Ifach gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die die Costa Blanca zu bieten hat. Ich lebe seit zehn Jahren hier und bekomme noch immer einen kleinen Adrenalinstoß, wenn ich den Aufstieg angehe.
Das ist keine gemütliche Promenade. Aber es ist auch nicht die technische Klettertour, die viele beim ersten Anblick des Felsens befürchten. Mit den richtigen Informationen — und genau die liefert dieser Guide — schafft jeder halbwegs fitte Erwachsene oder Teenager den Gipfel und wird mit einem Panorama belohnt, das an klaren Tagen von Ibiza bis zur Sierra Nevada reicht.
Was ist der Peñón de Ifach?
Der Peñón de Ifach ist ein 332 Meter hoher Kalksteinfelsen, der das Herzstück des Parque Natural del Peñón de Ifach bildet — eines der kleinsten Naturschutzgebiete Spaniens und eines der spektakulärsten. Er ist bei klarer Sicht aus 30 Kilometern Entfernung zu sehen und taucht auf nahezu jeder Postkarte in Calpe auf.
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Unterkünfte ansehen →Der Felsen ist nicht nur ein Wanderziel, sondern auch Lebensraum für über 300 Pflanzenarten und wichtiger Nistplatz für die seltene Korallenmöwe. Wer zwischen Februar und Juli wandert, wird die Vögel hören, bevor er sie sieht.
Streckendaten der Wanderung
Strecke: 4,5 km hin und zurück Höhenunterschied: 332 Meter Schwierigkeitsgrad: Mittel bis anspruchsvoll Zeit: 2,5 bis 3,5 Stunden Routentyp: Hin und zurück
Der Weg beginnt am Besucherzentrum (Centro de Visitantes) an der Westseite des Felsens, direkt an der Avenida de los Pescadores. Vor dem Aufstieg muss man sich anmelden — kostenlos, dauert zwei Minuten. Es gibt auch eine nützliche Broschüre mit Wegkarte.
Der erste Abschnitt führt auf einem gut gepflegten Pfad durch mediterrane Macchia, stetig bergauf aber gut machbar. Etwa auf halbem Weg kommt der berühmte Tunnel — ein 50 Meter langer Durchbruch, der 1918 in den Fels gesprengt wurde, damit Fischer die Nordseite erreichen konnten. Es ist dunkel, man muss sich stellenweise ducken, und es fühlt sich herrlich abenteuerlich an.
Jenseits des Tunnels wird der Weg exponierter. Für die steileren Abschnitte sind Ketten und Eisengriffe in den Fels gebolzt — die sollte man benutzen, sie sind aus gutem Grund da. Der letzte Kraxelabschnitt zum Gipfelkreuz ist Hände-und-Füße-Terrain, aber die Griffe sind solide und es geht schnell vorbei.
Oben findet man ein kleines Kreuz, ein Gipfelbuch und was ich für die schönste Aussicht der gesamten Costa Blanca halte: Im Norden Altea, Benidorm und an außergewöhnlichen Tagen die Berge hinter Valencia; im Süden Moraira, das Cap de la Nau und die geisterhafte Silhouette von Ibiza am Horizont.
Praktische Tipps von jemandem, der das Dutzende Male gemacht hat
Früh aufbrechen. Das Besucherzentrum öffnet um 9:00 Uhr und der Zugang ist auf 300 Personen täglich begrenzt. Im Mai, Juni und Juli ist es schnell voll. Ich empfehle, spätestens um 8:45 Uhr da zu sein. Im Hochsommer werden ab 11:00 Uhr oft Besucher abgewiesen.
Geeignetes Schuhwerk. Ich habe Menschen gesehen, die es in Flipflops versucht haben. Nicht nachmachen. Turnschuhe gehen, Wanderschuhe sind besser. Der Felsen wird bei Nässe rutschig.
Wasser mitbringen. Auf der Route gibt es keine Versorgungspunkte. Im Sommer mindestens einen Liter pro Person.
Beim Abstieg Ruhe bewahren. Die meisten Unfälle passieren bergab. Zeit lassen, an den Kettenabschnitten zum Fels zeigen und Kinder an exponierten Stellen nicht vorauslaufen lassen.
Mai ist ideal. Der Frühling ist die beste Zeit für die Wanderung auf den Peñón. Die Wildblumen sind gerade atemberaubend — gelber Strauchscorpionwicke, rosa Zistrose und Lavendelteppiche auf dem unteren Pfad. Es ist warm genug zum Genießen, ohne die 35°C-Bestrafung des August.
Anreise und Parken
Das Besucherzentrum liegt etwa 15 Gehminuten von Calpes Altstadt. Wer eine Ferienwohnung in Calpe in der Zona del Peñón oder der Altstadt gebucht hat, kann den ganzen Weg zu Fuß gehen.
Wer mit dem Auto kommt: Es gibt einen kleinen kostenlosen Parkplatz direkt am Besucherzentrum (etwa 20 Plätze) sowie Straßenparkplätze in der Umgebung. Im Mai ist das entspannt; im August ein Alptraum. Die beste Strategie in der Hochsaison: am Playa del Bol parken und die 12-minütige Strandpromenade als schönen Einstieg in den Tag nutzen.
Nach der Wanderung: Essen und Erholen
Ihr habt es euch verdient. Die La Bodeguita del Peñón an der Avenida Gabriel Miró öffnet früh und macht ein fantastisches Jamón-Bocadillo mit frisch gepresstem Orangensaft — ein Geschmack der reinen Erleichterung nach dem Aufstieg. Für ein ausgiebiges Mittagessen empfehle ich das Restaurante Ifach an der Strandpromenade mit guter Paella und Terrasse direkt mit Blick auf den Felsen.
Ist die Wanderung für Kinder geeignet?
Ehrlich gesagt: Das hängt vom Kind und den Eltern ab. Der untere Abschnitt bis zum Tunnel ist für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet. Der Teil mit Ketten und exponierten Passagen würde ich erst für Kinder ab 10-12 Jahren empfehlen, die sicher auf unebenem Gelände sind. Den Gipfelsturm nur für ältere Kinder, die nicht in ausgesetztem Gelände in Panik geraten.
Familien mit kleinen Kindern, die am Tunnel umkehren, haben trotzdem einen wunderbaren Vormittag — die Aussicht schon am Tunnelausgang ist beeindruckend.
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Die Wanderung auf den Peñón de Ifach ist das Erlebnis, das man lange nach dem Urlaub nicht vergisst. Es kostet nichts, ist außergewöhnlich und gibt es nur in Calpe.
Bei der Suche nach eurer Unterkunft in Calpe lohnt es sich, Unterkünfte in der Zona del Peñón oder der Altstadt zu bevorzugen — ihr wacht morgens mit Blick auf den Felsen auf und seid bestens positioniert, um früh dort zu sein.
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