Wer denkt, Jávea bestehe nur aus Stränden und Tapas-Bars — beides zweifellos großartig — verpasst die halbe Geschichte. Das Wandern rund um Jávea ist schlicht weltklasse, und der Juni ist wohl der beste Monat, um die Wanderschuhe zu schnüren. Die Hügel sind noch saftig grün nach dem Frühjahrsregen, wilder Rosmarin und Thymian blühen in voller Pracht, und wer früh aufbricht, vermeidet die schlimmste Sommerhitze. Ich laufe diese Wege seit zehn Jahren, und noch immer stoße ich auf Ecken, die mich innehalten lassen.
Jávea liegt zwischen zwei dramatischen Kaps — Cap de la Nau im Süden und Cap de Sant Antoni im Norden — während das Naturschutzgebiet Serra del Montgó hinter dem Ort wie ein schlafender Elefant aufragt. Diese Kombination bietet auf engstem Raum eine außergewöhnliche Vielfalt: Steilküsten, Kiefernwälder, Kalkstein-Karst und uralte Terrassenhänge.
Hier sind die sieben Routen, die ich Besuchern in einer Ferienwohnung in Jávea am häufigsten empfehle.
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Unterkünfte ansehen →1. Montgó-Gipfel (Cim del Montgó) — Der Klassiker
Strecke: 12 km (Hin- und Rückweg) | Höhenunterschied: 680 m | Schwierigkeit: Schwer | Zeit: 4–5 Stunden
Diese Tour sollte jeder mindestens einmal gemacht haben. Der Montgó (753 m) dominiert die gesamte Bucht von Jávea, und bei klarem Wetter reicht der Blick vom Gipfel von Ibiza bis zum Peñón de Ifach bei Calpe. Der Ausgangspunkt liegt auf dem Parkplatz an der CV-734, etwa 3 km von der Altstadt entfernt — bei Google Maps einfach "Parc Natural del Montgó" eingeben.
Der Pfad steigt stetig durch Macchia und offenen Kalkstein an und passiert etwa auf halber Höhe eine große Höhle (Cova del Montgó), in der einst Neolithiker lebten. Der finale Anstieg ist steil und erfordert etwas Klettern, aber in den schwierigsten Abschnitten gibt es Fixseile. Im Juni: Aufbruch vor 7 Uhr, 2 Liter Wasser mitnehmen, und man ist zurück, bevor die Hitze richtig einsetzt.
2. Küstenwanderung Cap de la Nau — Ideal zum Sonnenuntergang
Strecke: 6 km Rundweg | Höhenunterschied: 150 m | Schwierigkeit: Leicht–Mittel | Zeit: 2 Stunden
Das Cap de la Nau ist eines der dramatischsten Kaps der gesamten Costa Blanca, und erstaunlich wenige Touristen machen die vollständige Runde statt nur zum Leuchtturm zu fahren. Parken am Faro de la Nau und dem GR-92-Küstenpfad nordwärts folgen. Man blickt über die türkisfarbenen Wasser der Cala de la Granadella, schaut auf erodierte Kalksteintürme hinab und — bei richtiger Zeitwahl — sieht die Sonne hinter Ibiza versinken.
Das ist mein persönlicher Lieblingsspaziergang am Abend. Etwas Kühles zu trinken einpacken und gegen 20 Uhr auf einem flachen Fels über der Cala Llebeig Platz nehmen. Gern geschehen.
3. Cala Blanca & Cala Sardinera — Trail zu versteckten Buchten
Strecke: 5 km Rundweg | Höhenunterschied: 200 m | Schwierigkeit: Mittel | Zeit: 2–2,5 Stunden
Dieser Küstenpfad verbindet zwei der am wenigsten besuchten Buchten Jáveas mit durchgehend schönem Meerblick. Start am Ende der Calle Alicante im Hafenbereich, den rot-weißen Wegmarkierungen folgen. Der Weg führt durch Kiefernwald, an alten Trockensteinmauern vorbei und hinunter zu zwei kleinen Kieselstränden zum Schwimmen. Schnorchelausrüstung lohnt sich — das Wasser bei Cala Sardinera ist außergewöhnlich klar.
4. Montgó-Nordflanke — Waldwanderung für heiße Tage
Strecke: 8 km Rundweg | Höhenunterschied: 350 m | Schwierigkeit: Mittel | Zeit: 3 Stunden
Während die Südflanke des Montgó offen und sonnig ist, liegt die Nordflanke unter dichtem Aleppo-Kiefernwald und bleibt auch im Juni schattig und kühl. Der PR-CV 400 führt durch Les Sorts und bietet schöne Ausblicke auf Dénia und die Salinen. Auf den höheren Kalksteinpartien sieht man häufig Wildziegen. Diese Route empfehle ich, wenn jemand Bewegung möchte, aber keine vollständige Gipfeltour.
5. La Plana — Antike Terrassen mit Meerblick
Strecke: 7 km Rundweg | Höhenunterschied: 280 m | Schwierigkeit: Mittel | Zeit: 2,5–3 Stunden
Diese weniger bekannte Route führt durch uralte Bewässerungsterrassen oberhalb des Arenal-Strands, vorbei an verlassenen Landhäusern und alten Mandel- und Olivenhainen. Der Blick von den oberen Abschnitten zurück auf die Bucht — Leuchtturm, Hafen und Montgó im Hintergrund — ist schlicht postkartentauglich. Start an der CV-734 nahe der Kreuzung mit dem Camí del Pla.
6. Cap de Sant Antoni — Klippen und Seevögel
Strecke: 4 km (Hin- und Rückweg) | Höhenunterschied: 80 m | Schwierigkeit: Leicht | Zeit: 1,5 Stunden
Das nördliche Kap Jáveas trägt einen Leuchtturm und einen Wachturm. Der kurze Weg zum Punkt führt im Juni an Brutkolonien von Audouin-Möwen und Sturmtauchern vorbei. Das ist die einfachste Route auf der Liste — perfekt für Gruppen mit unterschiedlichem Fitnesslevel. Am Leuchtturm parken und dem Küstenpfad in beliebige Richtung folgen.
7. Barranco del Infierno — Für Abenteuerlustige
Strecke: 10 km (Hin- und Rückweg) | Höhenunterschied: 400 m | Schwierigkeit: Schwer | Zeit: 4 Stunden
Diese dramatische Schlucht schneidet südlich von Jávea in den Kalksteinrücken. Im Juni ist das Bachbett in der Regel trocken. Türmende Felswände, wilde Feigenbäume aus Rissen und eine Stille, die nur Vogelrufe unterbrechen. Schlecht beschildert — Track vorher auf Wikiloc herunterladen (Suche: "Barranco del Infierno Jávea").
Praktische Tipps fürs Wandern in Jávea im Juni
- Früh starten. Ab 10 Uhr brennt die Sonne intensiv. Ideal: Aufbruch zwischen 7 und 7:30 Uhr.
- Wasser. Mehr mitnehmen als man denkt. Auf keiner dieser Routen gibt es Quellen.
- Sonnenschutz. Mütze, Faktor 50 und langärmliges Shirt für exponierte Touren.
- Schuhwerk. Mindestens Trailrunner für alle Routen ab Schwierigkeit "Mittel".
- Apps. Wikiloc und Komoot haben gute Jávea-Abdeckung. Karten offline speichern.
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Wandern in Jávea ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Costa Blanca. Noch. Genießen Sie es, solange die Wege noch ruhig sind.




