Wer einmal vom Strand von Altea auf den Hügel geschaut hat — diese Kaskade weißgetünchter Mauern, die blau-weiße Kirchenkuppel im Septemberlicht glitzernd — der versteht sofort, warum die Altstadt von Altea (Casco Antiguo) als eines der schönsten historischen Viertel der gesamten Costa Blanca gilt. Ich lebe seit zehn Jahren hier und bemerke noch immer, wie ich mitten auf dem Kopfsteinpflaster stehen bleibe und diesen Ort schlicht wunderschön finde.
Aber zu wissen, dass etwas schön ist, und zu wissen, wie man es erkundet, sind zwei verschiedene Dinge. Dieser Guide gibt euch alles: welche Gassen es sich lohnt zu gehen, was man essen sollte, wo die versteckten Aussichtspunkte sind, wie viel Zeit ihr einplanen solltet — und warum der September der ideale Monat für einen Besuch ist.
Anfahrt und Aufstieg: Das Praktische zuerst
Die Casco Antiguo liegt auf einem Hügel über der modernen Unterstadt und der Strandpromenade. Es gibt keine direkte Zufahrt für Autos in die oberen Gassen — und das gehört zum Charme. Ihr habt drei realistische Möglichkeiten:
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Unterkünfte ansehen →Zu Fuß: Die schönste Option. Von der Strandpromenade folgt ihr den Schildern durch den Carrer de la Mar bergauf. Das dauert etwa 15–20 Minuten und wird kurz vor der Kuppe recht steil. Festes Schuhwerk ist Pflicht — keine Flip-Flops. Glaubt mir.
Mit dem kostenlosen Aufzug: Am Carrer Sant Pere gibt es einen öffentlichen Fahrstuhl, der Unterstadt und Altstadt verbindet. Er ist kostenlos, tagsüber fast durchgehend in Betrieb und ein echter Segen mit kleinen Kindern oder älteren Familienmitgliedern.
Mit dem Auto bis zum Rand: Ihr könnt mit dem Auto bis zu den Parkplätzen nahe der Altstadt fahren (am nächsten ist der Bereich der Plaça de l'Esglési a) und die letzten Meter zu Fuß gehen. Im Hochsommer ist Parken schwierig, im September aber deutlich einfacher.
Das Herz der Altstadt: Plaza de la Iglesia
Jeder Besuch in der Casco Antiguo sollte an der Plaza de la Iglesia beginnen — oder dort enden. Den Platz dominiert die Kirche Nuestra Señora del Consuelo mit ihrer unverwechselbaren blau-weißen Kachelkuppel, dem Wahrzeichen von Altea und dem Motiv jeder Postkarte.
Die Kirche selbst stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist definitiv einen Besuch wert. Das Innere ist kühl, ruhig und überraschend berührend — ein starker Kontrast zur gleißenden Sonne draußen. Gottesdienste finden hier noch regelmäßig statt.
Rund um den Platz reihen sich Terrassencafés und Restaurants. Meine Empfehlung: morgens früh bei einem Kaffee sitzen, wenn das Licht von Osten auf die Kuppel fällt. Nachmittags wird der ganze Platz golden. Im September findet man ohne Hochsommer-Trubel tatsächlich einen Tisch, ohne seinen Urlaubstag drum herum planen zu müssen.
Die Gassen, die es sich zu erkunden lohnt
Alteas Altstadt ist nicht riesig — in zwei bis drei Stunden kann man die Hauptbereiche ablaufen — aber die Freude liegt im ziellosen Schlendern. Trotzdem: Das sind die Straßen, die ich immer wieder empfehle:
Carrer Major: Die Hauptader der Altstadt, gesäumt von Kunstgalerien, Keramikläden und Restaurants. Altea hat eine außergewöhnlich lebendige Kunstszene (hier ist sogar eine Fakultät für Bildende Künste einer Universität ansässig), und das merkt man an der Qualität der Galerien. Keine billigen Souvenirläden.
Carrer de la Mar: Die steile Treppenstraße, die von der Unterstadt hinaufführt. Zu jeder Tageszeit atmosphärisch, aber besonders magisch am frühen Abend, wenn das Licht sanfter wird und die Einheimischen auftauchen.
Die Hintergassen hinter der Kirche: Die meisten Touristen kommen nicht hierher. Ruhiger, wohnlicher, mit Geranientöpfen und Katzen auf den Treppenstufen. Hier bekommt man ein echtes Gefühl dafür, wie es ist, in Alteas Altstadt zu leben.
Die besten Aussichtspunkte der Casco Antiguo
Alteas Lage — hoch über der Bucht — sorgt für Aussichtspunkte fast überall, aber einige sind besonders lohnend.
Mirador del Fornet: Der bekannteste, nur wenige Schritte von der Kirche. An einem klaren Septembertag sieht man den Peñón de Ifach in Calpe im Norden, die Sierra Helada und den Bogen der Bucht bis zur Skyline von Benidorm. Kamera mitbringen.
Die Terrassen der höher gelegenen Restaurants: Mehrere Restaurants in der Casco Antiguo haben Dachterrassen oder erhöhte Außenbereiche mit außergewöhnlichem Ausblick. Ein Abendessen beim Sonnenuntergang hier oben ist eines der unvergesslichsten Altea-Erlebnisse.
Der Aussichtspunkt am alten Friedhof: Wenig bekannt — klingt seltsam, ich weiß. Aber der alte Friedhof am Hügelrand bietet Aussichten, die dem Mirador del Fornet ernsthaft Konkurrenz machen. Die Einheimischen wissen es. Jetzt ihr auch.
Wo man in der Altstadt essen sollte
Die Restaurants in Alteas Casco Antiguo tendieren eher ins gehobene Segment — man zahlt auch für die Lage — aber es gibt gute Optionen in verschiedenen Preisklassen.
Oustau de Altea am Carrer Major ist eine lokale Institution mit mediterraner Küche mit französischen Einflüssen. Die Terrasse ist wunderschön, die Reisgerichte sind außergewöhnlich.
La Cuina de l'Àvia (Großmutters Küche) serviert traditionelle valencianische Hausmannskost. Klein, ungezwungen und genau die Art Lokal, in der die Besitzerin euch sagt, was ihr bestellen sollt. Hört auf sie.
Für Tapas und etwas Entspannteres ist Bar El Fornet in der Nähe des Miradors ein Lieblingsplatz der Einheimischen: ehrliches Essen, faire Preise, eine der besten Lagen in der Altstadt.
Kunstgalerien: Eine echte Szene
Alteas Ruf als Künstlerort ist kein Marketing-Gag. Die Universidad Miguel Hernández hat hier ihre Fakultät für Bildende Künste, und die Altstadt zieht seit Jahrzehnten aktive Künstler an. Eine Stunde durch die Galerien rund um den Carrer Major zu schlendern lohnt sich wirklich.
Viele Galerien sind klein, unabhängig geführt und sehr gesprächsbereit. Im September trifft man oft auf das Ende der Sommerausstellungen und Vernissagen für die Herbstprogramme.
Warum der September ideal ist
Die Altstadt profitiert enorm vom Rückgang der Sommermassen. Im Juli und August sind Hauptplatz und Carrer Major wirklich voll — in der Menge kann man die Details kaum genießen.
Im September verändert sich das Tempo. Das Licht ist sanfter, die Temperaturen sind von den brutalen Augustspitzen gesunken (eher 27–30°C statt 35°C+), und das gesamte Erlebnis ist entspannter. Die lokalen Geschäfte sind noch voll geöffnet, Veranstaltungen finden statt — aber die Gassen haben wieder Platz zum Atmen.
Praktische Tipps
- Beste Tageszeit: Früh morgens (8–10 Uhr) für Fotos und ruhige Gassen, oder spätnachmittags bis abends für Atmosphäre und Abendessen.
- Festes Schuhwerk: Das Kopfsteinpflaster ist schön und uneben. Keine Diskussion.
- Bargeld dabei haben: Kleinere Läden und Galerien bevorzugen oft Barzahlung.
- Mehr Zeit einplanen als gedacht: Die meisten planen eine Stunde und bleiben drei.
In Altea übernachten und auf eigene Faust entdecken
Die Altstadt ist wunderbar für einen Tagesausflug, aber noch besser, wenn man in Altea selbst wohnt und sie zu verschiedenen Tageszeiten besuchen kann — in der Morgendämmerung, bevor jemand anderes da ist, oder spät nachts, wenn der Platz ruhig und schön beleuchtet ist.
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Alteas Altstadt ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit zum Abhaken. Es ist der Ort, der verständlich macht, warum Menschen an die Costa Blanca kommen und nie wirklich wieder gehen wollen.






