Wer nach Jávea reist, denkt zuerst an türkisfarbenes Wasser, malerische Buchten und den lebhaften Hafen. Alles verständlich — und alles zu Recht empfohlen. Aber es gibt einen Teil von Jávea, den viele Urlauber nie richtig erkunden: die Altstadt, das historische Zentrum, das sogenannte El Poble. Dabei ist genau das der Ort, der Jávea von anderen Küstenorten abhebt.
Ich lebe seit zehn Jahren an der Costa Blanca und sage immer wieder dasselbe: Wer in Jávea Urlaub macht und die Altstadt auslässt, lässt das Beste aus. September ist dafür übrigens ein besonders guter Zeitpunkt — die Hauptsaison ist vorbei, die Temperaturen sind angenehmer, und die Straßen gehören wieder den Einheimischen.
Was die Altstadt von Jávea so besonders macht
Anders als viele Städte an der Costa Blanca, die unter der Last des Massentourismus ihre ursprüngliche Identität verloren haben, hat Jáveas Altstadt ihren Charakter bewahrt. Die engen Gassen sind aus dem lokalen Tosca-Stein gebaut — einem goldgrauen Sandstein, der im Abendlicht warm leuchtet — die Häuser sind niedrig, die Atmosphäre ruhig und unaufgeregt.
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Unterkünfte ansehen →Die Altstadt liegt leicht erhöht im Inland, zwischen dem Hafen und der Strandzone. Viele Besucher fahren auf dem Weg zum Strand daran vorbei, ohne anzuhalten. Wer jedoch eine Ferienwohnung in Jávea gemietet hat und ein paar Tage bleibt, sollte sich unbedingt einen Vormittag Zeit nehmen.
Die Kirche San Bartolomé y Santa Tecla
Das Herzstück der Altstadt ist die Iglesia de San Bartolomé y Santa Tecla, eine Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Verteidigungsanlage gegen Piratenüberfälle aus dem Mittelmeer gebaut. Die Mauern sind entsprechend massiv, die Fenster schmal und die gesamte Konstruktion strahlt eine beeindruckende Solidität aus.
Wer an einem ruhigen Wochenmorgen hineingeht, hat das Innere oft fast für sich allein. Es ist kühl, still und die Steinmetzarbeiten sind trotz der insgesamt schlichten Gestaltung sehenswert. Davor liegt die Plaça de l'Església — mein persönlicher Lieblingsplatz in Jávea. An den Terrassencafés lässt sich wunderbar sitzen, der café con leche kommt in Ordnung, und die Atmosphäre ist genau das, was man sich von Spanien vorstellt.
Samstags verwandelt sich die Fläche rund um die Kirche in einen lebhaften Wochenmarkt.
Der Samstagmarkt: Frühzeitig hingehen lohnt sich
Der Mercat Municipal (der überdachte Markt an der Carrer Magallanes) hat wochentags geöffnet, aber der Samstagmarkt auf dem Kirchenplatz und in den umliegenden Gassen ist das eigentliche Ereignis. Einheimische kaufen hier Obst, Gemüse, frischen Fisch, lokalen Käse und Wurstwaren. Im September stapeln sich die Stände mit Feigen, Weintrauben, Honigtomaten und dem ersten caqui (Kakis).
Wer in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus in Jávea mit Küche wohnt, sollte unbedingt hier einkaufen. Mit Marktprodukten zu kochen ist günstiger, frischer und ehrlich gesagt viel schöner als ein Supermarktbesuch. Um 9 Uhr morgens ist die Auswahl am besten.
Durch die Altstadt schlendern: Eine einfache Route
Die Altstadt ist überschaubar klein — man kann sich eigentlich nicht ernsthaft verirren. Trotzdem hier ein grober Vorschlag:
Start: Plaça de l'Església — Kaffee trinken, Kirche ansehen, ankommen.
Carrer Major entlanggehen — die Hauptgasse der Altstadt, mit Läden, Bars und schönen alten Fassaden. Wer genau hinschaut, entdeckt über einigen Türen alte Wappen der Patrizierfamilien.
Richtung Carrer Primicias abbiegen — ruhiger, wohnlicher, echter. Geranien auf den Fensterbänken, Katzen auf den Mauern.
Zum Carrer dels Molins weitergehen — hier stehen noch Reste der alten Windmühlen, die einst das Getreide der Stadt mahlten. Nur Fragmente, aber ein schönes Zeugnis der Geschichte.
Ende: Ayuntamiento (Rathaus) — das Gemeindehaus ist ein schönes Gebäude, und am Aushang vor der Tür findet man immer aktuelle Infos über lokale Feste und Veranstaltungen.
Die Runde dauert entspannt eine Stunde, mit Kaffeepause gerne auch zwei.
Essen und Trinken in der Altstadt
El Saler an der Carrer la Llibertat ist das Restaurant, in das die Einheimischen gehen. Das Menú del día (Tagesmenü) kostet um die 12-14 Euro für drei Gänge mit Wein — ein echtes Schnäppchen für die Qualität. Die Reisgerichte sind besonders empfehlenswert. Vor 14 Uhr einen Platz sichern, sonst ist es voll.
La Bodegueta ist eine kleine Weinbar in einer Seitengasse bei der Kirche. Der Inhaber, Paco, kennt sich mit spanischen Weinen aus, die Wurstplatte ist großzügig und die Atmosphäre entspannt. Gut für einen späten Nachmittag.
Frühstück? Die Bäckerei in der Carrer Magallanes — man riecht sie, bevor man sie sieht — macht fantastische Ensaimadas und frisch gepressten Orangensaft.
Praktische Hinweise
Parken: Der Parkplatz am Rand der Altstadt beim Mercat Municipal ist die beste Option. Günstig und zu Fuß in fünf Minuten überall. Mit dem Auto durch die Altstadtgassen fahren ist keine gute Idee — sie sind eng, meist Einbahnstraßen und wenig touristenfreundlich.
Kirchenöffnungszeiten: In der Regel 9-12 Uhr und nachmittags ab etwa 17 Uhr. Besser morgens hingehen.
Schuhwerk: Das Pflaster ist uneben. Bequeme Turnschuhe oder feste Sandalen — keine Absätze.
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Jáveas Altstadt ist nicht das Jávea der Hochglanzprospekte. Sie ist echter, ruhiger und auf eine stille Art wunderschön. Ein Vormittag dort reicht, um zu verstehen, warum so viele Menschen, die hierher kommen, nie wieder gehen wollen.




