Jávea im Sommer ist eine Welt für sich. Ich lebe seit zehn Jahren an der Costa Blanca, und trotzdem überkommt mich jedes Jahr im Juni wieder dieses besondere Gefühl: Sonnencremeduft und Pinienwälder, der Hafen voller Segelboote, Terrassen, die sich über jedes Trottoir ergießen. Wer einen Sommerurlaub in Jávea plant und mehr erleben möchte als Liegestuhl und Sonnenbrand (obwohl das an der Playa La Granadella auch keine schlechte Option ist), findet hier alles, was wirklich lohnenswert ist — ohne Füllmaterial.
Das Johannisfeuer-Fest: Nit de Sant Joan (23.–24. Juni)
Wer Ende Juni in Jávea ankommt, hat Glück. Die Nit de Sant Joan — die spanische Johannisnacht — ist eines der atmosphärischsten Feste im ganzen Land. Am Abend des 23. Juni werden an Stränden der ganzen Region Feuer entzündet. Am Arenal-Strand in Jávea versammeln sich Einheimische und Besucher, um über die Flammen zu springen (dreimal, für Glück im Jahr), Feuerwerk über dem Wasser zu beobachten und bis in den Morgen zu feiern. Musikbühnen, Imbissstände, eine Energie, die kein organisiertes Festival nachahmen kann. Mein Tipp: Um 21 Uhr am Arenal sein, um einen guten Platz im Sand zu bekommen, eine Decke mitbringen — und den nächsten Morgen freihalten.
Stand-Up-Paddeln an den Klippen des Kaps
Jávea liegt zwischen dem Cap de Sant Antoni im Norden und dem Cap de la Nau im Süden. Beide Kaps bieten spektakuläres Küsten-SUP. Ein Board am Hafen ausleihen (ca. 15–20 €/Stunde) und in Richtung der Meereshöhlen bei Cala Blanca oder zum Leuchtturm Sant Antoni paddeln — das führt an Orte, zu denen kein Strand direkten Zugang bietet. Früh morgens ist es am schönsten: ruhiges Wasser, goldenes Licht, und vor 9 Uhr hat man die Höhlen oft für sich allein.
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Das Ethnologische Museum — wirklich sehenswert
Ich weiß, Museen im Urlaub klingt nicht verlockend. Aber das Museu Etnològic i de la Mar in Jáveis Altstadt ist eines der interessantesten kleinen Museen an der ganzen Costa Blanca. Untergebracht in einer gotischen Kirche aus dem 16. Jahrhundert, erzählt es die Fischerei- und Landwirtschaftsgeschichte der Stadt mit gut kuratierten Exponaten — allein die Bootssammlung ist den Besuch wert. Eintritt: ca. 2 € (Kinder frei), herrlich kühl, wenn die Mittagshitze drückt, und in etwa 45 Minuten zu erkunden. Perfekt für die 13–16 Uhr-Lücke, wenn vernünftige Menschen der Sonne ausweichen.
Danach in die Altstadt schlendern und auf dem Hauptplatz einen Kaffee trinken. Der Kontrast zwischen den mittelalterlichen Gassen und dem Sommertreiben unten am Hafen ist einer meiner Lieblingsgegensätze in Jávea.
Radfahren auf der Vía Verde nach Gata de Gorgos
Direkt im Hinterland von Jávea verläuft die Vía Verde del Serpis — eine der besten Fahrradrouten der Provinz: eine flache, asphaltierte, größtenteils schattige ehemalige Bahntrasse. Von Gata de Gorgos (ca. 8 km vom Zentrum Jáveas entfernt) kann man die Route ins Landesinnere fortsetzen. Gata selbst lohnt sich für einen Stopp: Die Korbflechterei-Werkstätten und der Dorfmarkt sind authentisch und ruhig.
Fahrradverleih gibt es rund um den Hafen in Jávea. E-Bikes sind im Sommer eine ausgezeichnete Wahl — der Rückenwind beim Heimfahren wird es einem danken. Ein halbtägiger Verleih kostet ca. 20–35 €.
Essen am Hafen — die richtigen Lokale
Das Hafenviertel von Jávea ist im Juni und Juli in Hochform. Nicht die touristischen Restaurants an der Hauptstraße — sondern die Orte, in denen die Fischer selbst essen oder die Familien, die seit dreißig Jahren herkommen. La Llum de la Mar hat ein beeindruckendes Arroz a Banda (Reis in Fischfond, mit Aioli serviert), das mir noch Wochen danach vorschwebt. La Bohème am Hafenende ist verlässlich für frisch gegrillten Fisch zu vernünftigen Preisen. Und wer das beste kühle Bier mit knusprig frittiertem Kleinfisch möchte: Die kleinen Kioske neben dem Fischmarkt freitags morgens sind unschlagbar.
Für den Sundowner bieten die Terrassen an der Paseo Marítimo eine Südwestausrichtung — das Abendlicht auf dem Wasser im Juni ist schlichtweg außergewöhnlich.
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Jávea im Sommer belohnt alle, die etwas über den Strand hinausschauen. Das Johannisfeuer miterleben, früh aufstehen für SUP, Arroz a Banda bestellen und den Sonnenuntergang über dem Hafen genießen. Ich mache das seit zehn Jahren und es wird nicht langweilig.



