Wer denkt, Jávea ist nur Strand und Bootstouren, verpasst die halbe Stadt. Die besten Wanderungen in Jávea führen durch duftende Kiefernwälder, über dramatische Kalksteinvorgebirge und entlang von Küstenpfaden, wo das Meer dreihundert Meter unter den Füßen glitzert. Ich laufe diese Wege seit zehn Jahren und sie überraschen mich immer noch. Juni ist ehrlich gesagt einer der schönsten Monate dafür: Das Licht ist außergewöhnlich, auf den Höhen verblühen die letzten Wildblumen, und vor dem Mittagessen ist man wieder am Strand.
Jávea liegt zwischen zwei Naturparks: dem Montgó-Massiv im Norden und dem Cap de Sant Antoni im Osten, dazu eine dritte geschützte Küstenzone Richtung Granadella. Diese Lage bietet echtes Bergwandern, Küstenpfade und alles dazwischen — alles innerhalb von zwanzig Minuten von der Ferienwohnung entfernt.
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1. Montgó-Gipfel — Die große Tour (Schwer)
Strecke: 12 km Hin- und Rückweg | Höhenunterschied: 752 m | Zeit: 4–5 Stunden
Wer eine Woche in Jávea verbringt, sollte das mindestens einmal gemacht haben. Der Einstieg in den Naturpark liegt an der CV-734 zwischen Jávea und Dénia — kleiner kostenloser Parkplatz am Besucherzentrum (im Juni vor 9 Uhr voll). Der Weg schlängelt sich durch Strauchwerk aus Kermeseiche und Rosmarin, bevor er sich auf nacktem Kalkstein der Gipfelzone nähert. Der letzte Abschnitt erfordert stellenweise Handunterstützung — nichts Technisches, aber festes Schuhwerk ist Pflicht.
Der Ausblick ist die Belohnung: An klaren Tagen sieht man Ibiza, die ganze Bucht von Jávea liegt unter einem, im Süden das Granadella-Kap. Mindestens zwei Liter Wasser pro Person einpacken. Im Juni: Aufbruch spätestens 7:30 Uhr.
Tipp: Die Route von der Dénia-Seite (Nordflanke) ist etwas länger, aber morgens schattiger.
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2. Küstenwanderung Cap de Sant Antoni (Leicht–Mittel)
Strecke: 4 km Rundweg | Höhenunterschied: 80 m | Zeit: 1–1,5 Stunden
Diesen Weg empfehle ich jedem Erstbesucher: am zweiten Morgen vor dem Frühstück. Parkplatz am Leuchtturm (kostenlos), dann dem offensichtlichen Pfad entlang der Klippe nach Süden folgen. Man wandert über einem der klarsten Meeresabschnitte des spanischen Mittelmeers — das Türkisblau im Juni grenzt schon fast ans Unwirkliche.
Der Pfad passiert das alte Leuchtturmwärterhaus, führt kurz zu einer felsigen namenlosen Cala hinunter (für einen schnellen Bad) und kehrt durch niedrige Macchia zurück. Kurze Strecke, riesige Kulisse. Vor oder nach der Runde einen Kaffee an der kleinen Bar beim Leuchtturm.
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3. Granadella-Bucht & Kamm-Rundweg (Mittel)
Strecke: 6 km Rundweg | Höhenunterschied: 200 m | Zeit: 2–2,5 Stunden
Granadella ist die spektakulärste Bucht Jáveas, und die meisten sehen sie nur vom Strand aus. Der Kammweg darüber ist eine andere Welt. Parkplatz an der Granadella (im Sommer kostenpflichtig, ca. 5–7€ für einen halben Tag), dann den Weg nach Osten nehmen bevor man den Strand erreicht. Schnell an Höhe gewinnen durch Pinienwald, auf den exponierten Kalksteinkamm heraustreten und Ausblicke genießen, die nach Postkarte schreien.
Weiter am Kamm entlang, hinunter zu einer zweiten, kleineren Bucht (Cala Llebeig — nur zu Fuß erreichbar; Schnorchelausrüstung mitbringen), zurück durch schattigen Wald. Im Juni: Aufbruch vor 9 Uhr.
Geheimtipp: Cala Llebeig hat einen Bruchteil der Menschenmenge von Granadella, das Schnorcheln ist genauso gut. Picknick einpacken, Maske nicht vergessen, keinen festen Plan für den Nachmittag haben.
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4. Küstenpfad Portitxol & Cap Prim (Mittel)
Strecke: 5 km einfach | Höhenunterschied: 150 m | Zeit: 2 Stunden
Dieser Weg verbindet die Hafengegend mit der ruhigeren Nordküste und führt an einigen der dramatischsten Klippen der gesamten Costa Blanca vorbei. Start hinter dem Arenal-Strand, über das Cap Prim (mit bronzezeitlicher Ausgrabungsstätte) hinunter in den kleinen Fischerhafen Portitxol.
Dort gibt es das Restaurant El Molino mit hervorragendem Arroz a Banda — wenn man die Ankunftszeit gut plant. Von hier entweder zurückgehen oder ein Taxi nach Arenal nehmen (ca. 12€).
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5. Bachbettweg Adsubia (Leicht, Familienfreundlich)
Strecke: 4 km Hin- und Rückweg | Höhenunterschied: Minimal | Zeit: 1,5 Stunden
Etwas völlig anderes: Der Weg durch das trockene Bachbett (Barranc) ab dem Dorf Adsubia ins Hinterland Jáveas ist flach, schattig und fantastisch für Vogelbeobachtung. Im Juni sind Bienenfresser allgegenwärtig — diese außergewöhnlichen türkis-orangen Blitze, die einem das Staunen lehren. Der Pfad führt durch alte Mandel-Terrassen und an ein paar verlassenen Bauernhöfen vorbei.
Fahrt nach Adsubia (ca. 15 Minuten vom Jávea-Zentrum), im Dorf parken, dem markierten GR-Weg nach Norden folgen. Ideal für Kinder, die ein paar Kilometer laufen können.
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Praktische Tipps fürs Wandern in Jávea im Juni
Startzeit: Immer vor 9 Uhr. Ab 11 Uhr werden exponierte Wege brütend heiß.
Schuhwerk: Wanderschuhe für alles außer dem Adsubia-Weg.
Wasser: Mehr als man denkt. Keine Wasserquellen auf keinem dieser Wege.
App-Empfehlung: Wikiloc hat GPX-Tracks für alle Routen — Suche 'Jávea', nach Schwierigkeit filtern, offline herunterladen.
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