September ist ohne jeden Zweifel der beste Monat zum Wandern in Dénia. Die erdrückende Hitze des Hochsommers hat sich in etwas Angenehmes verwandelt, die Strände sind ruhiger geworden, und das Licht — dieses goldene, warme Nachmittagslicht, das nur die nördliche Costa Blanca kennt — ist auf dem absoluten Höhepunkt seiner Schönheit. Ich lebe seit zehn Jahren hier und halte mitten auf einem Wanderweg noch immer inne, um es einfach zu genießen.
Dénia ist täuschend klein, aber für Wanderer und Spaziergänger erstaunlich abwechslungsreich. In weniger als einer Stunde läuft man von einer mittelalterlichen Burg zu einem Naturschutzgebiet, oder man folgt Klippensteigen über türkisfarbenen Buchten, die die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen. Dieser Ratgeber stellt die besten Wanderrouten in und um Dénia vor — mit Schwierigkeitsgrad und praktischen Informationen.
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1. Montgó-Naturpark: Aufstieg zum Gipfel (Schwer, 3–4 Stunden hin und zurück)
Wenn ihr nur eine einzige Wanderung in Dénia macht, dann diese. Der Montgó — das gewaltige Kalksteinmassiv, das die ganze Stadt überragt — ist eines der markantesten Wahrzeichen der Costa Blanca, und der markierte Weg zum Gipfel auf 753 Metern ist schlichtweg spektakulär.
Der Hauptzugang liegt am Parkplatz Pare Pere an der CV-736 Richtung Jávea, etwa 15 Fahrminuten vom Stadtzentrum. Der Pfad führt durch duftende Macchie — wilder Rosmarin, Zwergpalmen und Cistus — bevor er auf kahle Kalksteinrücken übergeht, von denen aus man schwindelerregende Aussichten auf Dénia, das Ebro-Delta, Ibiza und an einem klaren Septembertag sogar auf die schwache Silhouette Mallorcas hat.
Praktische Hinweise: Selbst im September vor 9 Uhr aufbrechen. Mindestens 2 Liter Wasser pro Person mitnehmen — am Berg gibt es keine Quellen. Mit ordentlichen Turnschuhen schafft man den Großteil des Weges, aber Wanderschuhe sind auf dem felsigen Oberteil besser. Hunde an der Leine erlaubt. In Gipfelnähe befinden sich Höhlenmalereien aus der Bronzezeit (Cova del Barranc del Migdia) — ein lohnenswerter Umweg.
Schwierigkeit: Hoch — 900 Höhenmeter, 12 km Rundweg. Für kleine Kinder nicht geeignet.
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2. Küstenpfad: Les Rotes bis La Cala de l'Advocat (Leicht–Mittel, 45 Minuten einfach)
Das ist mein persönlicher Favorit für einen Septembermorgen. Ausgangspunkt ist das südliche Ende des Strandes Les Rotes — parken in der Nähe des Hafens El Raset oder zu Fuß vom Zentrum entlang der Strandpromenade — und dann dem Küstenpfad Richtung Süden folgen, der die Klippen über einer Reihe von Felsbuchten entlangführt.
Der Weg führt über die Cova Tallada (eine neolithische Meereshöhle, die man auch per Kajak oder Schnorcheln besuchen kann), hinab zu kleinen Kiesbuchten und schließlich zur wunderschönen Bucht La Cala de l'Advocat, wo ein Saisonrestaurant kaltes Bier und frischen Fisch serviert. Schnorchelausrüstung mitnehmen — die Wasserklarheit im September ist außergewöhnlich, oft 15–20 Meter Sicht.
Praktische Hinweise: Der Pfad ist stellenweise nicht beschildert — am Klippenrand bleiben. Wasser und Sonnencreme mitbringen. Der Rückweg führt denselben Weg zurück oder per Taxi von Les Marines.
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3. Altstadt und Burg von Dénia (Leicht, 1,5 Stunden)
Dieser Spaziergang ist ideal für einen kühleren Abend oder einen gemächlicheren Tag. Start auf der Plaça de la Constitució in der Altstadt, durch die engen mittelalterlichen Gassen des arabischen Viertels — Ausschau halten nach dem maurischen Torbogen in der Carrer Loreto — und den Hügel hinauf zur Burg von Dénia.
Die Burg lohnt den Eintrittspreis (ca. 4 €), und die Aussicht von den Zinnen über den Hafen und Richtung Ibiza ist im sanften Septemberlicht wunderbar. Auf der Nordseite des Burgbergs führt ein ruhiger Pfad durch Pinien hinab zu den Ruinen der Diana-Römerthermen — eine faszinierende, kaum bekannte Station.
Den Abend im Hafenviertel El Raset ausklingen lassen. Ich empfehle, im El Pegoli oder La Seu einen Tisch zu reservieren — Septemberabende sind noch gut besucht.
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4. Feuchtgebiet Marjal Pego-Oliva (Leicht, 2 Stunden)
Nur 20 Minuten südlich von Dénia liegt eines der unterschätztesten Naturgebiete der Costa Blanca: die Marjal Pego-Oliva, ein Schutzgebiet aus Schilfbeeten, Lagunen und Reisfeldern, das sich von der Küstenlandschaft vollkommen unterscheidet.
Der markierte Rundweg beginnt am Besucherzentrum nahe El Verger und führt auf erhöhten Deichen durch eine Landschaft voller Graureiher, Silberreiher und im September erster Zugvögel auf dem Weg nach Süden. Vogelbeobachter: Fernglas mitbringen!
Der Weg ist völlig flach und für alle Fitnesslevel geeignet. Hunde sind im Schutzgebiet nicht erlaubt. September und Oktober sind hier die besten Monate — goldenes Licht, ziehende Vögel, und man hat die Strecke meist fast für sich allein.
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Der September geht schnell vorbei. Also: Schuhe schnüren und losgehen.



