Jeder weiß, dass Dénia schöne Strände und hervorragende Meeresfrüchte hat. Aber nach zehn Jahren, die ich hier lebe, kann ich euch sagen: Dénia hat eine ganz andere Seite, die die meisten Urlauber nie zu Gesicht bekommen. Das sind die Geheimtipps in Dénia, die die Einheimischen eifersüchtig hüten — die stillen Buchten, die niemand auf Instagram postet, der Dienstagmarkt mit dem Geruch nach Diesel und frischen Kräutern, die Bar, in der die Fischer wirklich ihren Kaffee trinken. September ist der perfekte Monat, um sie zu entdecken: Die Massen sind weg, das Meer hat noch traumhafte 26°C, und die Einheimischen holen sich ihre Stadt zurück.
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Unterkünfte ansehen →1. Les Rotes: Die Felsküste, an der die Einheimischen wirklich schwimmen
Alle fahren nach Las Marinas oder an den touristischen Teil von Las Rotas. Aber wer südlich des letzten Parkplatzes bei Les Rotes weiterläuft, wo der Asphalt endet, findet eine Reihe flacher Kalksteinplatten und kleine natürliche Felspools, die vor 11 Uhr kaum jemand besucht. Bringt Wasserschuhe, einen Schnorchel und ein belegtes Brot mit. Die Unterwasserwelt hier — violette Seeigel, Schwärme von Brassen und gelegentlich ein Tintenfisch — ist genauso beeindruckend wie das, wofür man auf einer Bootsfahrt 40€ bezahlen würde. Ich komme seit Jahren her und musste noch nie um einen Platz kämpfen.
Tipp: Parken am Ende des Camí de les Rotes, dann etwa 12 Minuten Richtung Süden laufen. Keine Infrastruktur — alles selbst mitbringen.
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2. Die Fischauktion am Mittwochmorgen — Llotja de Dénia
Dénias Fischmarkt (die llonja) läuft montags bis freitags, aber Mittwochmorgens ist der Fang besonders beeindruckend — vor allem im September, wenn die gamba roja, Dénias berühmte rote Garnele, auf dem Höhepunkt ihrer Saison ist. Mitbieten kann man nicht, aber durch das Sichtfenster zuschauen schon. Und die Fischhändler an den benachbarten Marktständen verkaufen dieselben Garnelen, die die Restaurants kaufen. Ich habe einmal ein halbes Kilo gambas rojas für 14€ bekommen — zwanzig Minuten später lagen dieselben Garnelen auf einer Restaurantterrasse für das Doppelte auf der Karte.
Wo: Llotja de Dénia, Puerto de Dénia. Vor 9 Uhr dort sein.
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3. Cova del Rull — Dénias geheimes Höhlensystem
Zehn Minuten vom Stadtzentrum entfernt, am Fuß des Montgó-Massivs, liegt ein Kalksteinhöhlensystem namens Cova del Rull, von dem fast niemand weiß. Ich habe dutzende Besucher dorthin mitgenommen, und die Reaktion ist immer dieselbe: echte Verblüffung. Die Höhle ist kleiner als die Coves d'en Colom in Xàbia, aber die Stalagmitenformationen sind außergewöhnlich, und geführte Touren kosten nur 4–5€ pro Person. Perfekt für einen Septembermorgen, wenn es draußen schon 28°C hat und man sich etwas Kühlung wünscht.
Buchung: Im Tourismusbüro von Dénia oder telefonisch im Voraus. Etwa 3km vom Zentrum, Richtung Pedreguer, Beschilderung Richtung Marquesa folgen.
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4. Bar El Pelayo — die Bar, in der die Fischer wirklich sitzen
Es gibt viele Tapas-Bars in der Altstadt von Dénia, aber das Bar El Pelayo in der Nähe des Fischereihafens ist der Ort, wo die Leute frühstücken, die den Fisch fangen. Hübsch ist es nicht — Plastikstühle, ein Fernseher mit Fußball, eine handgeschriebene Speisekarte — aber die tortilla de patatas wird jeden Morgen frisch gemacht und kostet 2,50€ das Stück. Um 8 Uhr morgens sitzt man neben Männern in Gummistiefeln, die seit 4 Uhr auf dem Meer waren. Echter geht es in Dénia nicht.
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5. Der Montgó — jenseits des Hauptpfades
Die meisten Reiseführer schicken euch den Hauptweg auf den Montgó von der Dénia-Seite hinauf, mit Blick bis nach Ibiza an klaren Tagen. Aber der Camí de la Colònia, der um die Nordflanke des Berges führt, ist fast immer menschenleer. Er verläuft durch wilde Rosmarinlandschaft, alte Mandelterassen und seit Jahrzehnten verlassene Farmhäuser. Im September ist das Licht golden und die Hitze vor 9 Uhr morgens gut erträglich. Plant 2,5 Stunden ein und nehmt mindestens 1,5 Liter Wasser mit.
Start: Trailhead nahe der alten Fontilles-Straße, etwa 4km vom Zentrum. Kostenloser Parkplatz.
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6. El Fortí — Dénias vergessenes Viertel
Zwischen dem Burghügel und dem Hafen folgen die meisten Touristen der Fußgängerzone. Aber biegt man rechts in eine der steilen Gassen hinter den Burgmauern ab, findet man El Fortí: eine Ansammlung alter weißer Häuser mit Holzbalkonen, Bougainvillea und schlafenden Katzen auf Fensterbänken. Es gibt einen kleinen Platz mit einer Bank und einem Blick über den Hafen, den ich für einen der friedlichsten Orte an der ganzen Costa Blanca halte. Kein Bar, kein Laden — nur Meeresrauschen und Wäsche auf der Leine. Am schönsten im Abendlicht.
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7. Strand La Pedrera — der, den niemand googelt
Wenn ich zu viel über diesen Ort verrate, werde ich es bereuen. La Pedrera ist ein kleiner Kies-Sand-Strand etwa 4km südlich der Hauptstrandzone Dénias, erreichbar über einen kurzen Schotterweg von der CV-736. Im Hochsommer kommen ein paar einheimische Familien; im September hat man ihn fast für sich allein. Das Wasser ist kristallklar, natürlicher Schatten von den kleinen Klippen, und das Schnorcheln am Felsenriff am Südende ist wirklich beeindruckend. Keinerlei Infrastruktur — genau das ist der Witz.
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8. Der Sonntagsmarkt in Ondara
Nur 8km landeinwärts von Dénia liegt Ondara — und der Sonntagsmarkt dort am Morgen ist das Gegenteil des Touristenkreislaufs. Lokale Bauern verkaufen Tomaten, Paprika, Frischkäse und getrocknete Feigen; dazwischen Stände mit Secondhand-Werkzeug, Babykleidung und rätselhaften Maschinenteilen. Ich habe einmal für 1,50€ einen Korb reifer Feigen gekauft und sie zusammen mit Käse vom Nachbarstand zu Mittag gegessen. Laut, chaotisch und wunderbar. Früh gehen (8–12 Uhr) und mit dem Auto fahren — es gibt keinen Bus.
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