Dénia ist eine der wenigen Urlaubsbasen an der Costa Blanca, von der aus man wirklich überall schnell hinkommt. Wer hier eine Woche Urlaub macht, merkt schnell: Die Stadt liegt strategisch günstig zwischen zwei Welten. Innerhalb von anderthalb Stunden Fahrzeit erreicht man eine UNESCO-Welterbestadt, einsame Buchten, die kaum jemand kennt, oder kleine Bergdörfer, die den Charme vergangener Zeiten bewahrt haben.
Ich lebe seit zehn Jahren an der Costa Blanca und habe alle diese Tagesausflüge von Dénia aus unzählige Male gemacht. Einige gehören für mich zum Sommer-Pflichtprogramm, andere hebe ich mir für besondere Besuche auf. Hier sind meine acht persönlichen Empfehlungen.
1. Valencia Stadt (1 Stunde 15 Minuten mit Auto oder Zug)
Falls ihr nur einen Ausflug von Dénia aus macht — macht es Valencia. Allein das Viertel Ciudad de las Artes y las Ciencias von Santiago Calatrava rechtfertigt die Fahrt. Aber auch der Mercado Central gehört dazu: eine der schönsten überdachten Markthallen Europas. Dazu ein Horchata-Stop bei der Horchatería Santa Catalina, Mittagessen im Barrio El Carmen, und ein Besuch der Kathedrale mit der Kapelle, die angeblich den Heiligen Gral beherbergt. Mit dem Auto über die Mautautobahn AP-7 (ca. 8-10 Euro). Per Zug ab Dénia (Umstieg in Gandía) in etwa 2 Stunden für nur 10 Euro Rückfahrt.
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Unterkünfte ansehen →2. Guadalest: Das Dorf im Felsen (45 Minuten)
Guadalest ist das meistfotografierte Dorf der Valencianischen Gemeinschaft — und das aus gutem Grund. Der Ort klebt regelrecht an einer Felsnadel, mit einem Schloss an der Spitze und einem türkisfarbenen Stausee im Tal. Im Juni leuchtet das Wasser geradezu elektrisch blau. Frühzeitig ankommen lohnt sich: Vor 10 Uhr haben die Reisebusse noch nicht entladen. Der Blick von den Burgmauern über das valencianische Hinterland ist schlichtweg außergewöhnlich.
3. Jávea (Xàbia): Das Nachbardorf mit Charakter (25 Minuten)
Als Tagesausflug von Dénia verdient Jávea einen eigenen Eintrag. Die Küstenstraße über den Cap de Sant Antoni bietet im Morgenlicht des Juni atemberaubende Blicke zurück auf den Montgó. Die Altstadt von Jávea, aus lokalem Sandstein mit einer befestigten Kirche als Mittelpunkt, ist kompakt und wunderschön. Als Strand empfehle ich die Cala del Portitxol: eine kleine, felsige Bucht mit kristallklarem Wasser. Mittagessen im Restaurante La Llum ist eine verlässliche Wahl.
4. Alicante Stadt (1 Stunde 15 Minuten)
Alicante wird gegenüber Valencia oft unterschätzt — meiner Meinung nach zu Unrecht. Das Castillo de Santa Bárbara, das sich über der Stadt erhebt, ist eine der dramatischsten mittelalterlichen Festungen an der gesamten spanischen Küste. Mit dem kostenlosen Aufzug durch den Felsen gelangt man nach oben und genießt einen Panoramablick über die weiße Stadt und das Meer. Die Explanada de España mit ihren Palmen und dem Mosaikpflaster aus 6,5 Millionen Marmorsteinen ist wirklich beeindruckend. Das Archäologiemuseum MARQ ist Weltklasse. Und die Tapas-Bars rund um den Mercado Central sind ein Erlebnis für sich.
5. Calpe und der Peñón de Ifach (40 Minuten)
Den Peñón de Ifach sieht man an klaren Tagen sogar von Dénia aus: 332 Meter Kalkstein, der senkrecht aus dem Meer ragt. Aus der Nähe ist er noch beeindruckender. Die Wanderung zum Gipfel dauert etwa 90 Minuten (Wasser mitnehmen, es ist steil), und die Aussicht von oben ist fantastisch — bei gutem Juniwetter sieht man Ibiza. Die Strände von Calpe sind sehr schön, besonders die Playa de la Fossa, und im Hafenviertel gibt es exzellente Fischrestaurants.
6. Die Weingutroute rund um den Montgó (30 Minuten, mehrere Stopps)
Diese Tour überrascht viele Urlauber. Die Marina Alta gehört zu den interessantesten Weinregionen Spaniens, bekannt vor allem für den Moscatel de Alejandría, aber auch mit immer besseren Rotweinen. Eine Halbtagesrunde durch Jesús Pobre, Gata de Gorgos und Pedreguer mit Weinprobe bei Bodegas Xaló oder Bodega Bocopa zeigt das Hinterland, das Strandtouristen meist verpassen. In Gata de Gorgos gibt es zudem die besten Korbwaren-Werkstätten der Costa Blanca — man kommt selten ohne Einkäufe zurück.
7. Gandía (35 Minuten nördlich)
Gandía lohnt sich aus zwei sehr unterschiedlichen Gründen. Erstens: der Palau Ducal dels Borja, der herzogliche Palast der Borgia-Familie — einer der besterhaltenen Renaissancepaläste Spaniens, mit goldenen Kacheln und einer faszinierenden Geschichte. Zweitens: der Strand von Gandía ist ein breiter, gut organisierter Sandstrand mit echter spanischer Sommeratmosphäre und hervorragenden Meeresfrüchterestaurants an der Promenade.
8. Insel Tabarca (1 Stunde 45 Minuten inkl. Fähre)
Tabarca, Spaniens einzige bewohnte Insel, ist ein besonderes Erlebnis. Nach Santa Pola fahren (ca. 1 Stunde von Dénia), dann 35 Minuten Fähre. Die Insel ist winzig — kaum 2 km lang — ohne Autos, mit einem weißgetünchten Fischerdorf, einer römischen Fischfarm zum Schnorcheln und dem klarsten Wasser, das ich je gesehen habe. Das Meeresschutzgebiet Tabarca beherbergt eine außergewöhnliche Unterwasserwelt. Werktags im Juni fahren, bevor der Hochsommer-Ansturm beginnt.
Praktische Tipps für Tagesausflüge
- Juni ist ideal: Spanische und deutsche Schulen sind noch nicht in den Ferien, die Sehenswürdigkeiten also deutlich ruhiger als im Juli und August.
- Mit dem Auto am flexibelsten: Obwohl manche Ziele auch per Bahn erreichbar sind, gibt das eigene Auto maximale Freiheit.
- Früh aufbrechen: Vor 9 Uhr losfahren. Ab 11 Uhr sind populäre Ziele wie Guadalest oder Tabarca spürbar voller.
- Bargeld dabei haben: Viele kleine Dorfrestaurants und Weingüter bevorzugen Barzahlung.
Dénia als perfekte Basis für Ihren Costa Blanca Urlaub
Alle diese Tagesausflüge beginnen und enden in Dénia — und genau deshalb halte ich es für die beste Ausgangsbasis an der Costa Blanca. Vor der Haustür wartet eine wunderschöne Stadt mit Burg, Altstadt und traumhaften Stränden, und alles andere ist in weniger als zwei Stunden erreichbar.
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