Ehrlich gesagt — wenn man in Calpe wohnt, fühlt sich jede Abreise falsch an. Der Peñón de Ifach leuchtet golden im Sonnenuntergang, zwei herrliche Strände warten und ein Fischrestaurant ruft. Aber nach zehn Jahren an der Costa Blanca kann ich euch sagen: Manche der schönsten Tage begannen mit einer 20-minütigen Fahrt aus dem Ort heraus. Die besten Tagesausflüge von Calpe ersetzen das Erlebnis nicht — sie bereichern es.
Juni ist für Ausflüge nahezu ideal. Die Straßen sind ruhiger als im August, die Hitze bis 10 Uhr morgens noch erträglich, und die meisten Sehenswürdigkeiten haben bereits ihre Sommeröffnungszeiten ohne die erdrückenden Menschenmassen. Hier sind meine persönlichen Empfehlungen.
1. Altea Altstadt — 15 Minuten Richtung Süden
Altea ist Calpes elegante Nachbarin und meiner Meinung nach eines der schönsten Dörfer an der gesamten Costa Blanca. Die Altstadt thront auf einem Hügel über dem Meer, weiß getünchte Häuser, kobaltblaue Keramikkuppeln auf der Kirche. Wirklich malerisch — nicht im Instagram-gefilterten Sinn, sondern auf eine Art, bei der man innehalten und sich einfach umschauen möchte.
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Unterkünfte ansehen →Morgens früh durch die engen Gassen schlendern, bevor es heiß wird. Kaffee auf einer der Terrassen am Plaza de la Iglesia. Sommers über findet fast täglich ein kleiner Kunsthandwerksmarkt statt. Unten an der Uferpromenade reihen sich Restaurants aneinander — ich würde bei La Costera einzukehren empfehlen, die Reisgerichte sind ausgezeichnet. Plant mindestens einen halben Tag ein.
Anfahrt: 15 Minuten über die N-332. Am besten an der Uferpromenade parken — mit dem Auto in die Altstadt zu fahren ist keine gute Idee.
2. Guadalest — 45 Minuten ins Landesinnere
Wenn ihr nur einen Ausflug ins Inland von Calpe macht, dann diesen. Guadalest ist ein mittelalterliches Burggorf auf einem Felsvorsprung, so dramatisch gelegen, dass es unwirklich wirkt. Man betritt es durch einen in den Fels gehauenen Tunnel — und plötzlich steht man in einem winzigen befestigten Dorf mit atemberaubendem Blick auf den Stausee und die Berge dahinter.
Ja, es ist beliebt — einer der meistbesuchten Orte in der Valencianischen Gemeinschaft. Aber kommt früh (im Juni vor 10 Uhr) und ihr habt die Burgmauern fast für euch. Es gibt mehrere kleine, aber wirklich interessante Museen, darunter ein Miniaturenmuseum und eine Sammlung alter Autos. Außerdem zahlreiche Läden mit Honig, Mandeln und lokalen Produkten — ich komme immer mit einem Glas Honig aus der Sierra de Aitana zurück.
Anfahrt: Über die CV-70 via Benidorm, dann Richtung Alcoy. Parkgebühr ca. 2 €, nach 11 Uhr oft voll.
3. Dénia — 30 Minuten Richtung Norden
Dénia hat eine völlig andere Energie als Calpe — eine echte Hafenstadt mit Burg, Fischmarkt und Fährverbindungen nach Ibiza und Mallorca. Die maurische Burg thront direkt über der Stadtmitte und lässt sich kostenlos besuchen (kleiner Eintritt für das Museum im Inneren).
Der echte Anziehungspunkt für Feinschmecker: der Fischmarkt am Hafen und die Konzentration erstklassiger Restaurants rundherum. Dénia ist berühmt für seine roten Garnelen — gambas rojas de Dénia — die in mehreren Hafenrestaurants einfach gegrillt mit Meersalz serviert werden. Jeden Cent wert. Der Stadtstand Les Marines zieht sich kilometerlang nördlich des Hafens entlang und ist im Juni deutlich ruhiger als Calpes Strände.
Anfahrt: 30 Minuten über die N-332 nordwärts. Gut parken am Hafen oder an der Burg.
4. Villajoyosa — 25 Minuten Richtung Süden
Villajoyosa (auf Valencianisch La Vila Joiosa) ist einer jener Orte, an denen die meisten Leute vorbeifahren — zu ihrem echten Nachteil. Die Altstadt hat eine Reihe knallbunt gestrichener Fischerhäuser direkt am Meer — Rosa, Gelb, Orange — die mit Cinque Terre mithalten können. Es gibt eine Schokoladenfabrik (Valor) mit Führungen und Café, perfekt für Kinder — oder für alle, die Schokolade mögen (also alle).
Der Strand der Altstadt ist klein aber wunderschön, und der Mittwochsmarkt ist einer der besten lokalen Märkte auf diesem Küstenabschnitt.
Anfahrt: 25 Minuten südwärts über die AP-7 oder die landschaftlich reizvollere N-332.
5. Jávea (Xàbia) — 30 Minuten Richtung Norden
Jávea ist Calpes nördliche Nachbarin und ein ernsthafter Konkurrent um den Titel "schönstes Kleinstadtflair an der Costa Blanca". Es gibt drei klar voneinander getrennte Bereiche — die historische Altstadt im Inland, den Hafen und die Strand — jeder mit eigenem Charakter. Die Altstadt hat eine befestigte gotische Kirche und eine überdachte Markthalle. Am Hafen gibt es hervorragende Tapas-Bars. Die Strandzone El Arenal ist eine breite Sandbucht, die im Sommer sehr beliebt ist.
Was mich an Jávea am meisten begeistert, ist das Cap de la Nau — das dramatische Kap südlich des Ortes mit Klippensteigen, versteckten Calas und an klaren Tagen Blick zurück auf Calpes Peñón de Ifach. Der Weg von der Cala del Portitxol zur Cala Granadella ist einer der schönsten Küstenspaziergänge der Costa Blanca und dauert rund 90 Minuten.
Anfahrt: 30 Minuten über die CV-736. Parken am Cap de la Nau ist begrenzt — im Juni früh ankommen.
6. Polop de la Marina — 20 Minuten ins Landesinnere
Polop taucht in den meisten Reiseführern nicht auf — genau deshalb erwähne ich es. Dieses kleine Bergdorf über dem Guadalest-Tal bietet Meeresblick und einen bemerkenswerten Brunnen — die Fuentes de Polop — mit 221 Hähnen aus natürlichen Quellen. Klingt skurril, ist es auch, aber gleichzeitig wirklich charmant. Die Burgruinen über dem Ort sind kostenlos zugänglich.
Man schlendert in zwei Stunden durch, isst gut in einem lokalen Restaurant (empfehlenswert: La Xara oder eine der Terrassen am Hauptplatz) und fährt mit dem Gefühl zurück nach Calpe, etwas Echtes entdeckt zu haben.
7. Benidorm — 20 Minuten Richtung Süden
Ich weiß, ich weiß. Benidorm spaltet die Geister. Aber hört mir kurz zu: Benidorm im Juni, an einem Dienstagvormittag, ist ein völlig anderes Tier als Benidorm im August an einem Samstagabend. Die Altstadt (Casco Antiguo) über dem Strand Levante ist wirklich sehenswert — der Kirchenaussichtspunkt bietet eines der dramatischsten Küstenpanoramen Spaniens. Der Strand Poniente gehört zu den längsten und saubersten Sandstränden der gesamten Costa Blanca.
Wenn ihr neugierig auf Benidorm seid, ist Juni der richtige Monat. Für euren Urlaub ist Calpe die ideale Ausgangsbasis — schaut euch unsere Ferienwohnungen in Calpe an.
8. Naturpark Sierra Helada — 25 Minuten Richtung Süden
Technisch gesehen liegt er zwischen Benidorm und Altea, aber er verdient eine eigene Erwähnung. Die Sierra Helada ist ein geschütztes Kap mit Wanderwegen durch Pinien und Rosmarin, Klippen direkt am Meer und nahezu keiner touristischen Infrastruktur — keine Cafés, keine Läden, nur atemberaubende Küstenlandschaft. Wasser mitnehmen und im Juni vor 9 Uhr starten.
Der Weg entlang des Kamms von Rincon de Loix (Benidorm) zum Leuchtturm dauert etwa 2 Stunden (einfach) und bietet Ausblicke auf Calpe und den Peñón de Ifach, die eure Vorstellung von dieser Küste für immer verändern werden.
Praktische Tipps für Tagesausflüge von Calpe
Auto ist Pflicht. Der öffentliche Nahverkehr verbindet einige dieser Orte, aber die Verbindungen sind dünn. Ein Mietwagen für ein oder zwei Tage macht alles möglich.
Früh starten im Juni. Ab 11 Uhr sind viele Parkplätze voll und die Hitze setzt ein. Ein Start um 9 Uhr bedeutet: Hauptsehenswürdigkeiten erledigt vor dem Mittag, zurück am Strand um 14 Uhr.
Ziele kombinieren. Altea + Villajoyosa an einem Tag ist problemlos machbar. Guadalest + Polop ist eine natürliche Kombination. Jávea + Cap de la Nau ist ein langer, aber fantastischer Tag.
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